Organisation – oder doch eher nicht? Gedanken vor Weihnachten
Freiberufler haben in der Regel eine calvinistische Arbeitsethik: Die Füße hochzulegen fällt schwer, man ist ständig auf dem Sprung. Es könnte ja ein Stammkunde oder gar ein neuer Klient mit einem Auftrag um die Ecke kommen. Selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, ist da noch immer die Bestandskundenbetreuung einerseits und die Akquise andererseits.
Diejenigen von uns, die nicht begreifen, daß eine Abgrenzung, das Einhalten von ‘Privatzeit’ notwendig ist, brennen innerhalb weniger Jahre aus, schmeißen hin, haben einen klassischen Burnout.
Ich mache den Job seit zwanzig Jahren, kann Grenzen ziehen, wo sie notwendig sind – und das ohne jemanden zu kränken. Stichwort: Langfristige Organisation.
In den letzen Tagen habe ich mit jedem meiner Key Clients persönlich gesprochen; man hat sich freundlich gegenseitig in die Weihnachtsruhe verabschiedet – Eine schöne Mail? Gut. Aber das persönliche Gespräch ist besser. Diese Linie erstreckt sich früher oder später auch auf das Private: Gibt es etwas Fürchterlicheres als noch am 22. im Discounter zu stehen, weil das Weihnachtsmenü planungstechnisch steht, aber noch nichts dafür im Hause ist? Lauter angespannte, gestresste Menschen, Ungeduld allenthalben – nicht gut auszuhalten. Geschenke für geliebte Menschen am 24. vormittags organisieren? Ein Graus!
Ich höre meinen Freunden das ganze Jahr über zu. Lange vor dem Weihnachtsfest weiß ich womit ich eine Freude machen kann; manche Dinge wohnen hier Monate im Versteck und warten auf ihren Einsatz. Jedes Jahr fragen mich Bekannte: Wie kannst du nur so entspannt sein, drei Tage vor Weihnachten? Ich sage immer: Wieso? Weihnachten kommt doch nicht plötzlich?!
Im Grunde ist es ganz einfach: Aufwände entzerren. Planung ist alles.